[Nachgedacht] alte Literatur?

Hallo Leute :)

Wir kennen das alle: In der Schule werden etwas ältere Lektüren oder zumindest Ausschnitte davon gelesen und nicht jeder von uns findet diese auch ansprechend. Genau genommen finden viele von uns diese sogenannten "steinalten" Bücher grausam und würden am liebsten niemals solche Bücher auch nur anfassen. Und alle, die jetzt meinen "Aber ich lese Klassiker doch so gerne!", bitte überlegt mal, ob ihr tatsächlich freiwillig ins Deutsche übersetzte Texte von Cicero lesen würdet, ob ihr "Troja" lesen würdet oder ob ihr einfach mal so "Romeo und Julia" lesen würdet, wenn ihr stattdessen auch unglaublich spannende Jugendbücher lesen könnt oder auch einfach den Film dazu schauen könnt. Klar, Bücher wie "Stolz und Vorurteil" gehören auch zu Klassikern, allerdings ist dieser Titel beispielsweise noch nicht so "alt".
Natürlich, das mit dem Film statt Buch ist noch mal ein ganz eigenes Thema und auch wenn wir Leseratten es vermutlich ablehnen, lieber den Film zu schauen als das Buch zu lesen, so könnt ihr mir nicht weiß machen, dass ihr lieber die Griechischen Sagen lesen wollt, statt deren Verfilmung anzuschauen.

http://www.freeartstutor.com/wp-content/uploads/2009/12/book-drawing-lessons-0005.jpg
Ich selbst bin immer wieder von mir selbst geschockt. Sobald meine Mutter mir vorschlägt, Bücher zu lesen, die sie in ihrer Kindheit gemocht hat (beispielsweise Die drei Musketiere), oder Bücher zu lesen, die sie jetzt total mag (dabei sind Autoren wie Balzac oder Maupassant), schalte ich jedes Mal ab und wehre mich dagegen diese Bücher zu lesen. Ist das bei euch auch so? In letzter Zeit habe ich dann schließlich darüber nachgedacht, was aus Büchern denn letztendlich wird. Begeistern sie nur immer eine Generation?

Meine absoluten Lieblingsbücher bestehen aus der kompletten "Panem"-Reihe. Sollte ich später einmal Kinder oder Enkelkinder haben, so fände ich es natürlich ganz toll, wenn sie die Lieblingsreihe meiner Jugend auch lesen würden. Denkt ihr, das wird passieren? Ich denke nicht. Bis dahin sind nochmal 15 Jahre vergangen, bis die Kinder geeignet für Panem sind nochmal vielleicht 30. In 30 Jahren wird sich wohl niemand mehr für Panem interessieren. Und wenn, dann nur, weil alle die Filme gesehen haben (siehe Twilight). Was bleibt also von Büchern übrig?
Schon jetzt passiert es oft genug, dass Leute lieber die Filme von Panem zu schauen, statt die Bücher zu lesen. Die Bücher wären ja ach so langweilig, ach so "alt" und überhaupt lesen ja auch nur Streber. Sich selbst bezeichnen diese Leute allerdings als größte Fans. Ach wirklich, dann sagt mir mal bitte wer Madge ist?

Klar, Interessen ändern sich im Laufe der Zeit. Klar, meine Kinder werden meine Lieblingsbücher wahrscheinlich ablehnen, weil sie schon so "alt" sind und überhaupt nicht mehr interessant sind. Sobald Eltern etwas ganz toll finden, kann es ja nur blöd sein. Und natürlich, irgendwann wird alte Literatur nicht mehr spannend. Aber wie ist es möglich, das aufzuhalten? Ist es überhaupt möglich? Haben wir nicht irgendwo einen Werteverfall, der unaufhaltsam ist? Liegt es daran, dass "alte" Bücher schwerer geschrieben sind und wir keine Lust haben, uns zu konzentrieren und die Sprache zu entschlüsseln?
Im Kern haben alte Bücher doch eigentlich die selben Themen wie heute. "Romeo und Julia"? Es gibt genügend Bücher, die von verbotener Liebe handeln. Wieso lesen wir dann nicht solche klassischen Bücher, sondern lesen lieber Bücher der modernen Zeit, obwohl doch auch alte Bücher sehr spannend sein können?

Wer bis hier hin gekommen ist, den bitte ich doch mal, seine Meinung unbedingt in die Kommentare zu hauen! Ich selbst kann mir diese Fragen leider nicht beantworten und ich bitte euch zu beachten, dass ich erst 15 bin und ihr, wenn ihr vielleicht 30 seid, eine ganz andere Wahrnehmung oder andere Gewohnheiten habt, als ich. Dieser Post bezieht sich eher auf die jüngere Generation, die sich schlicht und ergreifend oft weigert, alte Bücher zu lesen.

Wie beantwortet ihr all diese Fragen?

Liebe Grüße und bis bald,

Nicole :)

Kommentare:

  1. Interessantes Thema, ich hab mich schon immer gefragt was mal aus den Büchern von heute in der Zukunft passieren wird. Am Ende kommt heraus, dass Twilight wie Romeo und Julia zur Klassik aufsteigt, stell dir das mal vor :o Oder Panem wird zur Pflichtlektüre an der Schule sowie Faust. Na ob das mal vielleicht wirklich passieren wird? xD

    Liebe Grüße,
    May <33

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  2. Huhu :)!
    Ein sehr interessantes Thema was du da anschneidest. ICH persönlich spreche nur für mich, aber ich finde Klassiker in dem Sprachstil meist absolut grausam. ICH mag manchmal diese verworrene Sprache, aber meistens möchte ich mich in einem Buch ein paar Stunden verlieren, mich über dss Buch freuen/ aufregen und den Inhalt genießen und nicht noch "zusätzlich Energie verschwenden" um den Inhalt erst Mal zu entschlüsseln. Deswegen lese ich auch nicht in Englisch ;). Es liegt also gar nicht so sehr am Inhalt, ganz im Gegenteil! Schillers Räuber und Goethes Faust fand ich ganz ansprechend, auch andere Bücher waren echt gut (aber manche hasst man halt echt .__. wie Kafka!).
    Ich könnte mir also schon vorstellen das unsere Kinder noch Panem lesen, immerhin lesen viele Teenies auch noch Hannie& Nannie, aber vielleicht ist bis dahin die Sprache ja auch wieder ganz anders ;)?
    Wer weiß das schon. Spannend jedenfalls darüber nachzudenken!

    Liebe Grüße
    Conny :)

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  3. Das ist ein super Post. Wirklich interessant, ich habe mich auch oft gefragt, was aus unserer Musik ist. Wenn mein Vater sagt, dass Rock (Rolling Stones, usw.) früher in war, aber bei den Elektro und Rap (will.i.am, French Montana usw.) die Augen verdreht, frage ich mich oft, wie das mal bei mir sein wird. Ob es dann auch so einen neuen Musikstil geben wird, bei dem ich an die guten alten Pop& Soul Lieder denke. So bin ich auch auf die Bücher gekommen. Ich denke, dass vor allem die Sprache ein grosser Grund sein wird. Schliesslich kennt sowieso jeder ein paar Jugendwörter, also, es kann mir jetzt niemand sagen, dass er nicht weiss, was "Babo", "Swag" oder "YOLO", bedeutet. Diese werden sicher immer mehr in Bücher erscheinen, und dann werden "Boss", "Cool" und so sicher alt aussehen. Allerdings, weiss jemand, was "Babo" auf englisch, französisch, spanisch usw. heisst? Ich denke, es gibt sicher ein paar Bücher, die so "in die Pflichtbuchgeschichte eingehen", zum Beispiel Tintenherz, Rubinrot, das Schicksal ist ein mieser Verräter, Harry Potter...

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  4. Ich denke jetzt seit gestern Abend, also seit erstmaligem Lesen dieses Post, darüber nach und habe auch mal versucht das Ganze in der Schule anzuschneiden.
    Ich persönlich fände es natürlich großartig, wenn meine Kinder irgendwann mal Panem, Rubinrot und Harry Potter lesen, aber man muss doch auch bedenken, dass es in unserem Zeitalter sehr viel mehr gute Bücher gibt als noch in Schillers Zeit.
    Auch ist Schiller keinesfalls mit Veronica Roth vergleichbar.
    Ich glaube eher, dass man in der Schule eher weiterhin Schiller liest und der Erhalt unserer Lieblingsbücher uns aufgebahrt wird.
    In 20 Jahren gibt es wieder neue, tolle Bücher.
    Wer weiß, ob Katniss, Gwen, Tris oder Maggie da noch eine Rolle in unserem Leben spielen.
    Und wenn es soweit sein sollte, dass John Green klassische Literatur ist, fragt euch, werden die Kinder dann noch motiviert in der Schule zu lesen?

    Ein paar lose, unschön formolierte Gedanken, die ich zu diesem Thema habe
    Liebst, Hanni <3

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  5. Puhhh, das ist aber sehr weit hergeholt, die Filme von Twilight heute (der erste Film ist gerade mal vor 6 Jahren erschienen) mit Panem in 30 Jahren zu vergleichen xD Ich glaub ehrlich gesagt auch nicht, dass Harry Potter bei den späteren Generationen sehr beliebt oder bekannt sein wird. Klar wird man diese Reihe noch eine Weile kennen, weil sie einfach eingeschlagen hat, aber selbst Herr der Ringe lesen nicht mehr sehr viele Leute, und das war eins der ersten Fantasywerke überhaupt, glaube ich. Welches Kind will denn alte Bücher lesen, alte Serien schauen, alte Spielzeuge benutzen - besonders in 20, 30 Jahren, wo die Kiddies dann wahrscheinlich schon im Kindergarten mit Smartphones versorgt werden? Nee, nee ...

    Mir ging es auch immer so, als meine Mama mir Hanni&Nanni vorgeschlagen hat, weil sie und ihre Schwester die Bücher in meinem Alter supergerne gelesen haben. "Ihhh, die sind ja so alt!", so muss ich ungefähr geklungen haben ^^ Es liegt sicher wirklich daran, dass ich als Kind einfach partout keine "alten Bücher" lesen wollte, aber bestimmt auch daran, dass solche Mädchenbücher überhaupt nicht mein Genre waren ... Und wie du schon gesagt hast: sobald es die Eltern mögen, muss es doch eh doof sein :D

    Ich denke schon, dass die aktuellen Bücher sehr an die Generation gebunden sind. Das sieht man doch auch an den Buchblogs, wenn du mich fragst - besonders die bekannten Blogs lesen ja vor allem die aktuellen Neuerscheinung und so ... wenn du weißt was ich meine? Irgendwie herausragende Werke bleiben dann wahrscheinlich länger im Gedächtnis, aber wohl auch nicht ewig. Ich glaube aber auch nicht, dass die Schüler in 200 Jahren im Musikunterricht über David Guetta als Klassiker lernen werden ... WEISST DU WAS ICH MEINE :D

    Alles Liebe, Sandra

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